
Langsam wird deutlich, warum Irans Außenminister Safari gestern den Niederlanden so massiv gedroht hat. Der gute Herr ging wahrscheinlich davon aus, daß in den Niederlanden ein ähnliches Verständnis von Meinungsfreiheit herrscht wie im Iran. Ein Bericht der Net Tribune:
Der Wächterrat hat insgesamt 1.700 Bewerber von der Parlamentswahl ausgeschlossen mit der Begründung, sie stünden dem Islam und der Islamischen Revolution nicht loyal genug gegenüber.
Wenn man zuhause so einfach 1700 potentielle Kandidaten von Parlamentswahlen ausschließen kann, dann muß es natürlich unverständlich sein, wenn ein Land nicht einfach einen einzigen 10min-Film verbieten kann.
Da scheint auch die Kritik des ehemaligen Präsidenten Chatami nur ein Feigenblatt zu sein, vor allem weil der Hauptkritikpunkt darin liegt, daß der Wahlausschluß mit dem Islam begründet wurde:
Vor der Parlamentswahl im Iran am Freitag hat der frühere Präsident Mohammad Chatami den Ausschluss hunderter liberaler Kandidaten scharf kritisiert. Die Entscheidung des mächtigen Wächterrats sei bedauerlich, zumal sie mit dem Islam begründet werde, sagte Chatami am Dienstagabend vor reformorientierten Anhängern in Teheran.
Jetzt wissen wir es. Die bösen Kritiker haben sich auf den Islam berufen und da konnte der Wächterrat nicht anders und mußte sie ausschließen. In 5 Jahren dann bitte mit der Begründung antreten, daß man sich von einem Regierungswechsel besseres Wetter erhofft, vielleicht klappts ja dann mit der Zulassung. Was ja noch lange nicht heißt, daß man dann auch auf den Wahlzetteln steht.
